Wandertipp der Pommelsbrunner NaturFreunde: Ins Rohrenstädter Tal
Man muß nicht weit fahren, um ein kleines, unberührtes Naturparadies zu erleben. Trotz angekündigter 36 Grad ließen sich die 26 Pommelsbrunner NaturFreunde-Senioren nicht davon abhalten, die von Hermann Gnahn geplante Tour zu starten. Ziel der Wanderung ist „Das malerische Rohrenstädter Tal – ein kleines Paradies im Bayerischen Jura“, so wird es im Volksmund genannt. Beim Vereinsheim in Deinschwang, einem Gemeindeteil des Ortes Lauterhofen, parken wir unsere Autos. An der Filialkirche St. Martin vorbei folgen wir der Markierung blaues Kreuz auf weißem Grund. Die Dorfstraße führt stetig bergab und am Ortsende verlassen wir die Teerstraße, biegen rechts ab und der Feldweg führt uns bald in den schattigen Wald. An den steinigen und quellreichen Hängen wachsen im Buchenwald die Edellaubhölzer Bergahorn, Esche, Eibe und Bergulme. Auch Orchideen wie die breitblättrige Stendelwurz, sind eine Besonderheit. Unser Waldweg wird nun zu einem schmalen Pfad. An einer knorrigen. alten Eiche ist unter anderem unsere Markierung angebracht und wir biegen links ab. Das Landschaftsbild wird abwechslungsreich und führt uns über Magerrasenhänge, Wiesen und Rinnsale. Der Wechsel von trockenen und feuchten Lebensräumen lässt sich hier auf kleinstem Raum bestaunen. Alte Hutanger werden durch Beweidung und Landschaftspflege wieder freigehalten und sind dadurch Lebensraum für vom aussterben bedrohte seltene Pflanzen. Die urtümlich naturbelassene Natur des Rohrenstädter Tales und die Stille lassen uns die Umgebung bewußter wahrnehmen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Diese familienfreundliche Wanderung ist gut markiert und auch für Kinder geeignet. Wir kommen nun an eine Lichtung und verlassen den Weg um eine kurze Trinkpause an idyllisch gelegenen Weihern einzulegen. In einem tummelten sich Karpfen und der andere enthielt jede Menge Forellen. Nach kurzem Plausch mit einem Eigentümer der Teiche wanderten wir weiter und verließen bald den schattigen Wald. In der Ferne erschienen bald die ersten Häuser von Oberrohrenstadt. Dort angekommen wollten wir die römisch-katholische, denkmalgeschützte Filialkirche St. Coloman besichtigen, aber wie schon häufig war sie leider verschlossen. Die Saalkirche wurde erstmals 1350 urkundlich erwähnt, im 18. Jahrhundert errichtet und ist dem Dekanat Neumarkt/Opf. des Bistums Eichstätt zugeordnet. Auf verschiedenen Tafeln entdeckten wir Informationen über das Rohrenstädter Tal sowie die Wasseranlage, den sog. „Widder“. Auf den eigentümlichen Namen des Technikdenkmals ist es gekommen, weil die permanenten Druckstöße beim Verschließen des Stoßventils an die Rammstöße eines Widders erinnern. Der Erfinder des Widders war kein Geringerer als der ältere der beiden Luftfahrtpioniere Joseph Montgolfier im Jahr 1796. Auf der Hauptstraße führte unser Weg nach Mitterrohrenstadt in den Gasthof „Goldene Krone“ in dem wir bestens versorgt wurden. Die Wirtschaft ist tagsüber geschlossen und erst gegen Abend geöffnet. Bewirtung nur unter bestimmten Voraussetzungen und vorheriger Absprache möglich. Nach der Mittagspause verließen uns ein paar Mitwanderer wegen der doch sehr hochsommerlichen Temperaturen. Länge der Wanderung: 4,5 km.
Der Rückweg führte uns durch den Ort und die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel als es stetig leicht bergauf ging. Doch das ließ uns keinesfalls die gute Laune verderben, denn der nahende Wald spendete bald wieder den ersehnten Schatten. Auf der Hochfläche genossen wir so manche leichte Brise und nach dem größten Teil des Anstiegs lag links vom Weg der Weiler Reicheltshofen. Wir bogen rechts in den Waldweg und mußten noch etliche Meter bewältigen bevor wir die Ortschaft Wünricht erreichten. In dem kleinen Ort hat man den Eindruck, daß es mehr Pferde als Einwohner gibt. Die sehenswerte, kleine neugotische Dorfkapelle St. Maria wurde im Jahr 1883 durch die Gemeinde an Stelle einer früheren „ruinösen“ Kapelle erbaut und der „Unbefleckten Empfängnis Maria“ gewidmet. Nach einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause ging es gegenüber des Kinderspielplatzes zu unserer Freude wieder mal bergab. Wir gelangten bald auf den naturbelassenen Wanderweg vom Vormittag mit der Markierung blaues Kreuz auf weißem Grund. Der Rohrenstädter Bach hat sich im Lauf der Zeit tief in den Talgrund gegraben und eine Vielzahl an Sinterstufen und -terrassen gebildet über die er seinen Weg findet. Nun dauerte es nicht mehr lange und die Straße von Deinschwang sowie die ersten Häuser kamen zum Vorschein. Und noch einmal hieß es, die Dorfstraße in der Nachmittagssonne hochlaufen. Der Hubertusbrunnen in der Ortsmitte sorgte für die ersehnte Abkühlung bevor es nach einer für viele Mitwanderer unbekannten Wandertour nach Hause ging. Länge der Wanderung: ca. 5,5 km.



Bilder: Harry Huber Text: Jutta Gnahn

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