Auf ihre diesjährige 4-tägige Motorradausfahrt der Pommelsbrunner Naturfreunde – der 25zigsten in Folge – freuten sich alle schon lange. Aber aufgrund der miesen Wettervorhersagen startete man mit bangen Gefühlen, obschon für ihr diesjähriges Ziel, die Rheinpfalz, bessere Bedingungen vorausgesagt waren.
Pünktlich um 9 Uhr ging es los mit 6 Motorrädern und 8 Personen. Kurz auf der Autobahn, Nürnberg umfahrend, verließ man diese und düste querfeldein über die Burgenstraße Richtung Rothenburg o.d.T.. Auf der Fahrt durch das „liebliche Taubertal“ erwischte es die Biker leider durchgehend mit Regen. Zum Glück klarte es bei Bad Mergentheim wieder auf und auf der weiteren Tour über Heidelberg mit seiner imposanten Kulisse und Speyer mit dem prächtigen Dom erreichte man nach über 420 gefahrenen Km müde, aber heil und wieder trocken das Ziel in Trippstadt, nahe Kaiserslautern.
Quartier nahm man im „ältesten Gasthaus des Pfälzerwaldes“, dem Landgasthof „Zum Schwan“, der anno 1726 erbaut und seither durchgehend als Dorfwirtschaft und nach dem Umbau seit 2005 als Hotel geführt wird. Dort erwarteten sie schon 2 Freunde, die aus Gauting bei München angereist waren.
Am nächsten Tag hatte man sich die Tour zur berühmten großen Saarschleife vorgenommen. Durch die letzten Ausläufer des Pfälzer Waldes ging es Richtung Westen ins Saarland, wobei man auf der Fahrt durch viele triste Ortschaften den Eindruck bekam, dass sich das Land vom Zusammenbruch der Stahlindustrie noch nicht gänzlich erholt hat.
Vorbei an Saarbrücken, Völklingen und Saarlouis erreichte man schließlich bei Mettlach die große Saarschleife. Das zum Touristenzentrum ausgebaute Areal mit Infopunkten, Spielplätzen, einem Waldwipfelpfad und Gastronomie ist Ziel vieler Besucher und vom Aussichtspunkt „Cloef“ liegt das kleine Naturwunder dem Betrachter wirklich atemberaubend schön zu Füßen.
Auf der Rückfahrt, die man wegen drohender Gewitterwolken teils über Autobahnstrecken abkürzte, erwischte die Biker kurz vor ihrem Quartier leider wieder ein kurzer, aber heftiger Regenschauer.
Da der Wetterbericht für den nächsten Tag Dauerregen ankündigte, entschloss man sich, die Motorräder „im Schuppen“ zu lassen.
Während ein Teil der Gruppe den Tag mit Karteln, einer Wanderung rund um Trippstadt mit anschließendem Besuch des dortigen zünftigen Feuerwehrfestes verbrachte, planten der andere Teil einen Ausflug zum Stahlwerk „Völklinger Hütte“. Dieses wurde 1986 geschlossen ist und vor 30 Jahren zum UNESCO-Welterbe ernannt worden. Bequem mit Bus und Bahn erreichte man das Ziel, um festzustellen, dass just an diesem Tag der jährlich stattfindende Welterbetag heuer in Völklingen gefeiert wird. Viele Vertreter aus Welterbestädten präsentierten mit Info-Ständen ihr touristisches Angebot. Zudem war der Eintritt frei und alle Führungen kostenlos, was die Gruppe auch gerne annahm.
Eindrucksvoll erzählte ein Führer über die Entstehung und Entwicklung des Werkes und über die harten Arbeitsbedingungen. Durch dunkle Gänge, über eiserne Treppen und Rampen , vorbei an zig stählernen Förderbändern erreichte man den höchsten Aussichtspunkt der weitläufigen Anlage, der spektakuläre Ausblicke über das Industriegelände mit seinen zahlreichen Hochöfen bot.
Am folgenden Tag hieß es schon wieder die Heimreise anzutreten.
Geplant war die Rückfahrt über den Odenwald und den Spessart. Durch einen kuriosen Abbiegefehler landete man jedoch auf der falschen Spur und man entschloss sich zur gleichen Route wie bei der Hinfahrt. Leider erwischte es die Truppe mit heftigem Regen wieder just auf der Fahrt durchs Taubertal, wo vorsichtiges Rangieren angesagt war. Schließlich erreichten jedoch alle wieder wohlbehalten die Heimat.

Bild u. Text: Hermine Habermann

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