Eine Kombination aus Besuch von Wallfahrtskirchen und Waldwanderung ist die Septemberwanderung der Naturfreunde Pommelsbrunn.
Nach dem obligatorischen Treffen in Pommelsbrunn bei der Raiffeisenbank geht es als Sammelfahrt zum Startpunkt der Wanderung nach Sulzbach zum Parkplatz unterhalb des Annaberges. Hier warten schon der Führer der Wanderung sowie Berta und Hans. Zwanzig Teilnehmer begeben sich auf den Weg am Südhang des Annaberges. Nach einem kurzen Anstieg öffnet sich ein weiter Blick über Sulzbach und Rosenberg mit der Aussicht auf den Schlackenberg. Darauf folgt der Aufstieg zu der auf 501 HM gelegenen Wallfahrtskirche St. Anna.
1656 ist durch die Rückkehr des damaligen Landesherren Pfalzgraf Christian August (1645 – 1708) der Beginn ihrer Wallfahrts- und Baugeschichte zur kath. Kirche. Der Bau einer kleinen, hölzernen Kapelle auf dem Kastenbühl (heute Annaberg) lässt die St. Anna-Wallfahrt wieder aufleben. 1676 beginnt der Bau einer größeren Kirche aus Stein. Das heutige Aussehen hat die Kirche bei der letzten Erweiterung 1903/04 erhalten. Das aus dem Peutental stammende Gnadenbild, eine auf etwa 1520 datierte Holzplastik St. Anna-Selbdritt, hat auf dem Annaberg eine neue Heimatstatt. Zur Verehrung der Hl. Anna, Patronin der Bergleute und Schiffer, der Witwen, der werdenden Mütter, der kinderlosen Frauen, der Brautleute, der Ammen, aller im Haushalt Beschäftigten und noch vieler anderer Berufszweige, kommen immer mehr Wallfahrer, so dass seit 1942 um den Gedenktag der Heiligen Mutter Anna (26. Juli) eine ganze Heilige Woche gefeiert wird.
Nach der Besichtigung des Gotteshauses führt der Weg den Annaberg hinab zum Waldfriedhof und an diesem vorbei durch den Wald der Faatzen Richtung Frohnberg. Die Faatzen sind mit den unterschiedlichsten Holzarten bewachsen. So geht es durch Eichenalleen, reine Kiefern- und Fichtenbestände mit teilweise großen Schwarz- und Heidelbeerbewuchs. Durch den Regen zeigen sich Pilze und sogar noch vereinzelt Heidel- und Schwarzbeeren. Die Bächlein, die normalerweise reichlich die Faatzen durchziehen, sind allesamt komplett ausgetrocknet. Nach eineinhalb Stunden und einem kurzen Anstieg ist die Gruppe auf dem 425 m hohen Frohnberg angelangt.
Bereits 1188 ist der Frohnberg als Hofstätte und Ministerialenstätte der Grafen von Sulzbach mit einer romanischen Kapelle belegt, eine Kirche St. Peter allerdings erst 1468. Nichts mehr zu sehen ist von der im frühen Mittelalter bestehenden größten Befestigungsanlage, einem Wall-Graben-System. Bereits vor der Reformation gab es Wallfahrten, doch erst nach dem 30jährigen Krieg haben sie groß eingesetzt. Die heutige Wallfahrtskirche, Unserer lieben Frau, wurde 1723 bis 1725 erbaut. Das alljährliche Frohnbergfest findet immer in der Woche, in der der Patronatstag (15. August) fällt, statt. Zahlreiche Wallfahrer und Besucher pilgern dann auf den Berg.
Nach der Besichtigung der Kirche geht es zur nahe gelegenen Gaststätte, die 1988 neu errichtet wurde und seit 2016 vom Ehepaar Lindner bewirtschaftet wird. Die Gruppe nimmt bei herrlichem Wetter im Garten Platz und wird schnell bewirtet. Erika und Hans haben den Weg vom Annaberg zum Frohnberg direkt genommen, wobei Hans den Weg mit dem Gehwagen zurück legte. Der Rückweg nach der Mittagspause verläuft über den Kreuzweg und dadurch bedingt über einhundert Stufen den Berg hinab an den Zuckerweihern vorbei zurück Richtung Annaberg. Nach dem Verlassen des Waldes bietet sich ein wunderbarer Blick auf den Ortsteil Gallmünz und den Lindhof. Es ist ein Landschaftsbild, das fast dem Alpenvorland ähnelt. Auf dem Parkplatz angelangt, endet wieder ein Wandertag, für manche mit neuen Eindrücken.
Bilder u. Text: Johann Zimmermann



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