Bezaubernd, wildromantisch und mystisch, so präsentierte sich das diesjährige Reiseziel – der Harz – zu dem sich auch heuer wieder die „Ehemaligen der Pommelsbrunner Jungnaturfreunde“ zu einem 4-tägigen Ausflug trafen.
Quartier bezog man in Quedlinburg im altehrwürdigem Gasthaus „Brauhaus Lüdde“, in dessen gemütlichem Biergarten man die lauen Abende ausklingen ließ. Noch am Anreisetag erkundete man die bezaubernde historische Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen, kleinen Plätzen und unzähligen Fachwerkbauten. Besonders beeindruckte das prächtige Renaissance-Rathaus mit der Roland Statue. Den Aufstieg zum Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche St. Servatius belohnte ein herrlicher Rundblick ins Tal und in die umliegende Harzer Bergwelt sowie die Einkehr in Quedlinburgs berühmtesten Käsekuchen-Cafe.
Am nächsten Tag stand der „Brocken“ auf dem Programm. Während ein Teil der Gruppe den Aufstieg zu Fuß bewältigte, erklommen die Anderen mit der historischen Dampflokbahn gemächlich den 1.141m hohen Gipfel. Der Blick unterwegs auf den „Nationalpark Harz“, der sich vom Wirtschaftswald zum wilden Naturwald wandelt, ergab ein bizarres Bild auf graue Holzgerippe abgestorbener alter Fichten, die die Landschaft dominieren. Seinem Ruf entsprechend präsentierte sich die baumlose Kuppe des Berges als wahrhaft mystisch. Nahezu im Minutentakt änderten sich die Verhältnisse. Gerade noch im dichten Nebel eingehüllt, sorgten starke Winde im nächsten Moment für Wolkenlücken und Sonnenschein und ließen die Sendeanlagen, die Wetterstation und das Brockenhaus, in dessen Kuppel sich früher eine Abhöreinrichtung des DDR-Regimes befand, auftauchen. Auch der immer wiederkehrende grandiose Weitblick in die Ferne begeisterte.
Den Ausklang des Tages bildete eine sehr launige Abendführung mit einer „Nachtwächterin“, deren Ausführungen auch interessante Informationen über die Verhältnisse der Stadt von der Nachkriegszeit bis zur Wende darlegten.
Am dritten Tag durchwanderte man den „Grand Canyon Norddeutschlands“ bei einer ca. 10 km langen Tour durch das enge Bodetal von Treseburg nach Thale. In ursprünglicher Landschaft entlang des wilden eingeengten Flusses ging es im Zickzack über felsige Stufen, passiert steile Hänge mit Blockschutt und genießt dabei immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Felsspitzen, die in der engen Schlucht zwischen den Bäumen in den Himmel ragen. Die Rast im Biergarten am Ende der Schluchtenwanderung war wohlverdient.
Neugierig war man auch auf den berühmten „Hexentanzplatz“, den man mit der Kabinenbahn und einer kurzen Wanderung auf einem Plateau oberhalb des Bodetals erreichte.
Zahlreiche Hexen- und Teufelsfiguren säumten die Wege und den Platz, der jedoch durch zahlreiche Andenkenbuden, Restaurants und einen Tierpark für Kinder stark kommerzialisiert ist.
Auch am „Heimkehrtag“ stand noch einiges auf dem Programm. So unternahm man noch einen kurzen Stadtspaziergang zum Marktplatz im schönen Wernigerode mit seinem dominierend im Mittelpunkt stehenden prachtvollen Fachwerkrathaus.
Im Anschluss besuchte man noch die Höhlenwohnungen im nahen Langenstein. Zahlreiche in Sandstein hineingeschlagene Wohnhöhlen, die teilweise noch zu Beginn des 20.sten Jahrhunderts bewohnt waren, wurden von einem Verein original restauriert und liebevoll eingerichtet. Der Besucher kann erahnen, wie die Menschen einst in ihren ungewöhnlichen Behausungen gelebt haben.
Ein kleiner Teil der Gruppe unternahm auf der Heimfahrt noch einen Abstecher zur Rappbodetalsperre. Das gigantische Bauwerk mit seiner 106m hohen Staumauer gilt als die größte Trinkwassertalsperre Norddeutschlands.
Nichts für Menschen mit Höhenangst ist die als Touristenattraktion erbaute Hängebrücke, die sich parallel zur Staumauer hoch über das Tal spannt. Die schwankende, rund 1,20 m breite Konstruktion aus Stahlseilen und Gitterrosten gilt mit seinen 458 m als längste Seilbrücke Deutschlands. Auf eine Begehung wurde verzichtet, jedoch an die vier erlebnisreichen Tage mit vielen neuen Eindrücken werden sich alle gerne erinnern.
Bilder u. Text: Hermine Habermann




Schreibe einen Kommentar