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Weinfahrt 2019

Die diesjährige durch die Pommelsbrunner NaturFreunde organisierte Weinfahrt entwickelte sich zu einem Genuss für Augen und Gaumen.

Am letzten strahlend schönen warmen Oktobersamstag machte sich die Reisegesellschaft im vollbesetzten Bus auf nach Kitzingen.

Nach einem kleinen Imbiss am Bus ging es zur Besichtigung der Stadt, die im Jahr 745 erstmals Erwähnung fand. Der Sage nach hat eine Tochter von König Pippin ein Kloster an der Stelle errichtet, an die der Wind ihren Schleier verweht hat. Anno 1300 wird Kitzingen, als auch die Alte Mainbrücke erstmals urkundlich erwähnt. Auf dieser kredenzten zwei Stadtführer für Jeden erst einmal einen guten Tropfen ihres regionalen Weines.

Durch enge Altstadtgässchen erreichte man den Marktplatz der historischen Stadt, der von fränkischen Fachwerkhäusern, imposanten Bürgerhäusern und dem Renaissance-Rathaus malerisch umrahmt wird. Sowohl die spätgotische Katholische Pfarrkirche St. Johannes, erbaut um 1400, mit ihren reichen Steinmetzarbeiten aus der Riemenschneiderschule an den Portalen, als auch die Evangelische Stadtkirche, Wiege eines Ursulinenklosters um 1700, mit einer wechselvollen Geschichte, beeindruckten.

Der weitere Rundgang führte die Gruppe zur alten Synagoge, die daran erinnert, dass Kitzingen einst eine bedeutende jüdische Gemeinde hatte. Das Gebäude fiel dem Brand in der Reichsprogromnacht im November 1938 zum Opfer. Heute wieder aufgebaut, dient sie vor allem für kulturelle Veranstaltungen.

Den Abschluss der Führung bildete die Besichtigung des Wahrzeichens der Stadt, dem 52 m hohen Faltertum mit seiner schiefen Turmhaube, einst Wachturm der Stadtmauer aus dem 15 Jahrhundert. Grund für die Neigung ist ein Absacken des Dachgebälks, wenngleich in Überlieferungen auch die Vermischung des Mörtels mit Wein dafür verantwortlich gemacht wird!

Nun ging es weiter ins nahegelegene Neuses am Berg, wo man von den Wirtsleuten des Weinstalls Stier mit Kaffee und Kuchen verwöhnt wurde und den Kopf voller Informationen und die müden Beine nach der 1 1/2 stündigen Stadtführung erholen konnte.

Der anschließende Ausflug in die Weinberganlagen hoch über dem Maintal entpuppte sich als wahrer Augenschmaus. Die weite Aussicht in die sonnendurchflutete Umgebung voll mit farbenprächtigen Weinberghängen begeisterte die Besucher.

Vom fachkundigen Winzer erfuhr man viel Wissenswertes über den Ausbau der verschiedenen Rebsorten, der Pflege der Weinstöcke und über die Ernte der Reben, die heute auch an den Steilhängen zumeist von "Vollerntern" automatisch eingebracht wird.

Nach dem erlebnisreichen Tag beschloss man den Abend in der gemütlichen Häckerstube mit einer ordentlichen Brotzeit und natürlich mit einigen Schoppen des guten fränkischen Weines. Der rührige Wirt unterhielt die Gesellschaft musikalisch und mit lustigen Anekdoten. Mit Schunkeln, Singen und Tanzbeinschwingen vergingen die vergnüglichen Stunden wieder viel zu schnell.

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Bilder und Text: Hermine Habermann